Hit hard and early.
Das Prostatakarzinom ist der häufigste Organkrebs des Mannes mit etwa 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland. Ein Großteil der Patienten (etwa 50%) wird der operativen Therapie zugeführt.
Risiken der Prostataoperation: Beeinträchtigung der Erektionsleistung
Im Rahmen dieser Operation wird die Prostata komplett entfernt. Risiken dieser Operation sind die Beeinträchtigung der Urinkontinenz (das Halten des Urins), sowie die Beeinträchtigung der Erektion des Penis. Während die Urinkontinenz zumeist gut erhalten bzw. schnell wieder hergestellt werden kann, verhält es sich bei der Erhaltung der Erektionsleistung der Schwellkörper des Penis, nach Operation, jedoch auch nach Bestrahlungstherapie des Prostatakarzinoms, häufig anders. Bei etwa 80-90% der Patienten ist mit einer mehr oder weniger deutlichen Beeinträchtigung der Erektionsleistung, der sogenannten erektilen Dysfunktion (ED), zu rechnen.
Dieser Problematik wird in der Behandlungslandschaft des Prostatakarzinoms zumeist wenig bis keine Aufmerksamkeit entgegengebracht. Dies ist um so tragischer, als das die entstandene Erektionsschwäche zumeist passagerer Natur (vorübergehend) ist.
Trotz moderner OP- und Bestrahlungstechniken lassen sich Erektionsprobleme kaum verhindern
Durch moderne Operations- und Bestrahlungstechniken können die Nervengeflechte, welche die Erektion vermitteln, zumeist gut geschont werden. Allerdings kommt es durch Druck, Wärme, Streustrahlung und andere nicht vermeidbare Effekte zu einer sogenannten Neuropraxie. Die Neuropraxie ist eine durch die beschriebenen Faktoren ausgelöste Nervenschwäche, welche zu einer Aktivitätsminderung (bis hin zu einem kompletten Aktivitätsverlust) der Nervenfunktion über einen Zeitraum von ein bis drei Jahre führt. Während dieser Zeit ist es schwierig bis unmöglich eine Erektion des Penis auf herkömmlichen Wege zu erlangen. Dieser Erektionsverlust betrifft sexuell intendierte (Erektionen für den Geschlechtsverkehr), sowie auch die sogenannten nächtlichen Erektionen (welche die Ernährung des Schwellkörpergewebes sichern sollen). Kommt es über einen längeren Zeitraum (Wochen bis wenige Monate) zu einem Ausfall der Erektionen, so entsteht sekundär eine sogenannte Schwellkörpersklerose. Dies ist eine Degeneration bzw. Vernarbung des Schwellkörpergewebes welche einen permanenten Verlust der Erektionsfunktion zu Folge hat.
Bedeutung der frühzeitigen Therapie
Diese Schwellkörperdegeneration ist, wenn sie einmal eingetreten ist, nicht mehr umkehrbar, was den permanenten Charakter dieser sekundär entstandenen Erektionsstörung charakterisiert. Das bedeutet, dass die Behandlung der primären Neuropraxie frühzeitig und umfänglich eingeleitet werden muss, um eine permanente Manifestation der irreversiblen Schwellkörperdegeneration zu verhindern.
Grenzen der medikamentösen Standardtherapie
Zumeist erhalten die Patienten zur Behandlung der primären Erektionsstörung eine Medikation mit PDE-5-Inhibitoren (Viagra & Co.), welche aber bei nur etwa 12% der Patienten überhaupt eine Wirkung hat.
Modernes Therapiekonzept zur Nervenrehabilitation
Vitalicum Urologie (UroGate) hat in Zusammenarbeit mit der Klinik für Urologie der Universitätsmedizin Frankfurt ein umfängliches Behandlungskonzept für die Neuropraxis der Erektionsnerven erarbeitet. Dieses Konzept sollte in der Frühphase nach erfolgter Prostatabehandlung eingeleitet werden, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen.
Prof. Dr. med. Wolf-D. Beecken
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